Eingebettet in Berge und Anhöhen mit nur einer Lücke nach Norden, liegt die Kleinstadt Grebennau im östlichen Vogelsberg in einem sanften Tal. Dieser Lage und der Ableitung des früheren Namens „Grebenauer Grund“, eine Anspielung auf die Kleinteiligkeit der Landschaft, verdankt der idyllische Fachwerkort Grebenau seine liebevolle Bezeichnung als „Gründchen“. Schon 1057 wird in einer Urkunde der Reichsabtei Hersfeld der Name „Grabenouua“ erwähnt und 1605 erhielt Grebenau Stadt- und Marktrechte. Heute profitiert der Ort was die Verkehrslage anbelangt von der guten Anbindung nach Alsfeld. Die Schnellbuslinie X33 zwischen Alsfeld und Bad Hersfeld mit ICE-Bahnhof verkehrt hier. Eine ALT-Verbindung (Anruf-Sammeltaxi) nach Lauterbach ist mit telefonischer Voranmeldung möglich. Bereits zur Ortsgründung lag Grebenau besonders verkehrsgünstig, direkt an der Handelsstraße „Kurze Hessen“, der wichtigsten Ost-West-Verbindung zwischen Leipzig und Frankfurt am Main. Viele der erhaltenen Fachwerkbauten sind Zeugen dieser Zeit, darunter das unter Denkmalschutz stehende Amtmannhaus. Sehenswert ist das Rathaus, welches sich in einem ehemaligen Johanniterkloster befindet. Das Wappen von Grebenau zeigt einen Stadtknecht, den man im Mittelalter „Greben“ nannte. Die sieben Stadtteile Bieben, Eulersdorf, Merlos, Reimenrod, Schwarz, Udenhausen, Wallersdorf gehören zur Stadt Grebenau. Wer hier lebt, genießt die ländliche Kultur oder Spezialitäten wie Backhausbrot. Auch die Besonderheiten in den Ortsteilen weiß man zu schätzen. In Schwarz ist die Schwarzaquelle gefasst und in Udenhausen ist der Dorfplatz „Priebel“, mit seinem schönen Springbrunnen ein beliebter Treffpunkt. Traditionelle Feste sind die Kirmesveranstaltungen in Grebenau, Schwarz und Wallersdorf wie auch das Backhausfest in Schwarz. Nur alle 9 Jahre findet das Dreiertreffen der drei Dörfer Udenhausen, Reimenrod und Bieben statt. In Reimendorf wird ein Wandertag veranstaltet und das Geräteträgertreffen der „Fendt Freunde Bieben“ ist besonders bei Traktorfreunden beliebt. Die Bezeichnung „Gründchen“ beschreibt auch den Talgrund der Jossa und der ihr zufließenden Bäche wie die Schwarza. Einige Seen befinden sich im Stadtgebiet von Grebenau. Der Basaltdurchbruch mit dem Felsgipfel und Geotop „Großkupp“ (Große Kuppe, 366 m) am „Warthhübel“ (383 m) zwischen Eulerdorf, Reimenrod und Bieben ist ein durch Vulkanismus geschaffenes Buntsandsteingebiet. Der felsige Gipfel ist nur auf einem schmalen Pfad erreichbar und birgt keine besondere Aussicht. Aber aufgrund der geologischen Bodenstruktur ist hier so manches anders. Es gedeihen Pflanzen besonderer Art, die andernorts nicht zu finden sind. Und diese wiederum locken besondere Insekten an. Auf gut befestigten Wegen kann man die Kleinstadt und ihre Ortsteile bequem per Fahrrad oder zu Fuß erkunden. Abwechslungsreiche Felder schließen sich an unendlich erscheinende Waldgebiete an. Bei gutem Wetter reicht der Blick bis in die Rhön oder in den Knüll. Die umliegende, unberührt anmutende Natur lädt zum Wandern und Radfahren ein. Die Pilgerroute Lutherweg 1521, der auf Luthers Pfaden von der Wartburg bis nach Worms führt, streift das Stadtgebiet von Ost nach West. Die Wegemarkierung ist ein grünes L in einer alten Schrift auf weißem Feld. Gründchen Rundwanderweg Über den großen, rund 35 km langen Gründchen Rundwanderweg erreicht man die vielfältigen Sehenswürdigkeiten und Naturschönheiten des Vogelsberger Städtchens. Markiert ist der Gründchen Rundwanderweg mit einem roten G auf einem weißen Feld, er kann auch nur in Teilen von vier farbig markierten Abschnitten gelaufen werden. Ein möglicher Startpunkt ist in der Nähe des Forellenhof in Udenhausen. Hier startet die Etappe, die mit dem grünen Pfeil unter dem G markiert ist. Der Gründchen Rundwanderweg führt vom Forellenhof um Udenhausen herum zu den Spechtbachteichen. Am Waldrand entlang geht es hinunter in Jossatal, bis man schließlich den Schwarzenbachteich erreicht. Landschaftlich harmonisch eingebettet, zeichnet er ein malerisches Bild. Weiter geht es dem roten Pfeil nach. Östlich von Grebenau leitet der Gründchen Rundwanderweg hinauf nach Wallersdorf. Auf der anderen Seite des Ortes geht es wieder aufwärts zum Christhäuser Teich. Über das Dörfchen Merlos führt der Aufstieg hinauf zum Warthübel (383m). Ab dem Warthübel ist der Richtungspfeil in Gelb angebracht. Der Gründchen Rundwanderweg führt durch Felder und über Höhenrücken hinein in den Reimeröder Forst. Schon bald ist der Knechtbachteich erreicht. Anschließend folgt am Waldrand ein steiler Anstieg zum Birkenfeld mit schönem Blick hinüber in die Rhön, bevor im Wald an einem jungen Mammutbaum vorbei der Parkplatz am Kalkberg erreicht wird. Das vierte Wegstück ist mit einem schwarzen Pfeil unter dem Markierungszeichen ausgestattet. Es geht vom Parkplatz am Kalkberg über den Wolfszählteich zur Quelle der Schwarza, einem knapp 9 km langen Zufluss der Jossa. Ziel ist schließlich wieder Ausgangspunkt unweit des Forellenhofes in Udenhausen.
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