Der ehemalige Verladeturm an der früheren Erzwäschestation in Mücke ist eines der markantesten Überbleibsel der einstigen Infrastruktur des Erzabbaus in der Vogelsbergregion. Zusammen mit versteckten Weihern, verschütteten Stollen und stillgelegten Schienenstrecken zeugt er von einer industriellen Aktivität, die bis 1967 in der Region betrieben wurde. Für viele Menschen sind die verbliebenen Gebäude und Strukturen Teil ihrer Kindheitserinnerungen, während jüngere Generationen oft wenig über diesen bedeutenden Abschnitt der Regionalgeschichte wissen oder nur bruchstückhaft informiert sind.
Im Jahr 2005 wurde der Verein kunst_turm_mücke e.V. gegründet, um in diesem Gebäude ein Kulturforum für Regionalgeschichte und zeitgenössische Kunst zu etablieren. Nach einer dreijährigen Bauphase wurde das Gebäude neu gestaltet und vereint drei zentrale Aspekte: Es präsentiert sich als modernes Bauwerk, das zeigt, wie man mit historischen Gebäuden umgehen kann und gleichzeitig die Fähigkeiten lokaler Handwerksbetriebe demonstriert. Zudem beherbergt es in einem Anbau eine Dauerausstellung über den Erzabbau im Vogelsberg und dient als Ausgangspunkt oder Station für Rad- und Wanderwege zu diesem Teil der regionalen Geschichte. Darüber hinaus bietet es einen Ausstellungsraum für moderne Kunst, dessen besondere Architektur durch die Kombination eines vollverglasten Raumes mit einem vollständig geschlossenen Raum entsteht.
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