Der Heilige meuterte der Legende nach mit seinem Heer gegen den Befehl des römischen Kaisers, gegen die Christen in den Kampf zu ziehen – und wurde dafür hingerichtet. Bereits Wiesbadens erste christliche Kirche, 1065 erbaut, war Mauritius gewidmet; sie brannte 1850 ab. Am Südhang des Leberberges wurde ab 1958 zunächst von Architekt Martin Braunstorfinger und später unter zwei Nachfolgern diese Kirche im Stil des Brutalismus gebaut, die heute auf der Straße der Moderne zu finden ist und seit 2006 unter Denkmalschutz steht. Markant ist vor allem der 36 Meter hohe Campanile; Vorplatz und Langbau des zwölf Meter hohen Kirchenbaus sind in der Achse auf den Altar orientiert. Die Bedeutung des Altars wird noch hervorgehoben durch eine Betonglaswand, die als schmales Lichtband über dem Eingang beginnt und Richtung Altar immer mehr an Höhe zunimmt. Charmanter Kontrast: In diesem modernen Bau findest du gleich mehrere Artefakte, die aus der früheren Mauritiuskirche gerettet werden konnten: etwa den Grundstein des dortigen Chorumbaus von 1488 sowie ein Sühnekreuz.
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