Die Pläne für den Bau einer Synagoge gehen auf das Jahr 1842 zurück. Fünf Jahre später - im Jahr 1847 - wurde das von Landbaumeister Augner aus Melsungen entworfene Gebäude in der Ritterstraße eingeweiht.
In dieser Zeit erlebte die Jüdische Gemeinde Felsberg ihre größte Blüte: von den 1206 Einwohnern Felsbergs waren 201 Juden. Das Gotteshaus bot Platz für insgesamt 218 Personen: 126 Männer und 92 Frauen.
Bauweise und Ausstattung
Die Wände waren aus Sandstein, das Dach war mit Schiefer gedeckt, die Decke holzgetäfelt und die Fenster hatten bunte Bleiverglasungen. Die Sitzplätze waren aus geschnitztem Eichenholz, ebenso wie die Pulte für die rabbiner und den Vorbeter. Vom einstigen Reichtum der Gemeinde zeigten die Kultgegenstände aus Messing und Silber, Thoraschreinvorhänge aus Samt, Seide und Brokat, gold- und silberbestickt sowie 15 wertvolle Thorarollen.
Das Novemberprogrom von 1938
führte dazu, dass das Inventar der Synagoge fast vollständig zerstört und später auf der Burgwiese verbrannt wurde. Auch die zuvor nach Kassel ausgelagerten Kultgegenstände wurden vernichtet.
(Quelle: Dieter Vaupel - stibbin App)
Bis 1938/39 diente die Synagoge als Gotteshaus für die Jüdische Gemeinde Felsberg. Bis zum Sommer 2013 wurde das Gebäude als Pizzeria genutzt. Nach umfangreicher Renovierung wurde die Synagoge im September 2022 wiedereröffnet. Die alte Steinfassade wurde freigelegt. Nun können in der Synagoge wieder Gottesdienste gefeiert werden, sie ist aber auch ein Ort für Veranstaltungen und Konzerte.
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